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Läckberg, Camilla - Der Leuchtturmwärter (Band 7 der Erica Falck und Patrik Hedström-Reihe)
Titel: Der Leuchtturmwärter
Originaltitel: Fyrvaktaren
Verlag: List Hardcover
Erschienen: 4. Januar 2013
ISBN-13: 978-3471350805
Seiten: 480
Einband: Gebundene Ausgabe
Serie: Band 7 der Erica Falck und Patrik Hedström-Reihe
Preis: 19,99 €
Autorenportrait:
Camilla Läckberg, Jahrgang 1974, ist verheiratet und hat drei Kinder. Sie stammt aus Fjällbacka – der kleine Ort ist Schauplatz ihrer Bücher. Ihre Kriminalromane erscheinen in über dreißig Ländern. Camilla Läckberg lebt in Stockholm.
Quelle: Klappentext
Inhaltsangabe:
Schriftstellerin Erica Falck hat mit ihren Zwillingen alle Hände voll zu tun, seit ihr Mann Patrik wieder im Polizeidienst ist. Sie findet kaum Zeit für ihre Freundin Annie, die gerade in das idyllische Fischerdorf Fjällbacka zurückgekehrt ist. Annie zieht in den Leuchtturm auf der kleinen Insel vor der Küste. Dort soll es nachts spuken, und dunkle Legenden ranken sich um den Ort. Annie scheint es nicht zu stören, vor allem seit Mats, ihre erste große Liebe, zu ihr zurückgekehrt ist. Doch dann wird Mats brutal ermordet. Patrik beginnt zu ermitteln.
Quelle: Klappentext
Meine Meinung:
Das Cover des neuen Romans von Camilla Läckberg sieht auf den ersten Blick harmlos aus mit dem Schaukelpferd am Strand vor dem hellblauen Wasser. Schaut man jedoch etwas genauer hin, fallen einem auch die dunklen Farben auf, wie der wolkenverhangene schwarze Himmel. Der Leser blickt aus einem zerbrochenen Fenster hinaus aufs Meer. Unter dem Schaukelpferd befindet sich eine Blutlache, und wie man es schon bei anderen Krimis aus dem List-Verlag kennt, sind auf dem restlichen Cover auch wieder rote Blutstropfen verteilt, die schon auf einen Krimi hindeuten. Fährt man mit dem Finger darüber, kann man die Tropfen auch fühlen. Das Buch umfasst nicht ganz 500 Seiten und erwähnenswert ist auf jeden Fall der Steckbrief der Protagonisten und die Beschreibung des Ortes Fjällbacka am Ende des Romans.
„Der Leuchtturmwärter“ ist bereits der siebte Band aus der Erica Falck und Patrik Hedström-Reihe. Alle Fälle sind in sich abgeschlossen. Allerdings haben gerade die Protagonisten von Camilla Läckberg sich enorm weiterentwickelt, sodass die Reihenfolge der Romane besser eingehalten werden sollte. Mir fehlen leider ein paar Bücher dazwischen und ich hatte doch etwas Mühe, mit der rasanten Entwicklung klarzukommen. Die vielen Namen und Verbindungen haben mir etwas Mühe bereitet, der Geschichte lückenlos zu folgen, da ich immer wieder zurückblättern musste, um wieder den Zusammenhang herzustellen. Gerade wenn Namen sehr ähnlich klingen wie in diesem Fall Annie und Anna, ist es wichtig, die Bände von Anfang an gelesen zu haben. Aber ich wusste ja bereits vorher, was auf mich zukommt und es hat meiner Lesefreude keinen Abbruch getan.
Camilla Läckberg ist ein Familienmensch und das wirkt sich auch auf ihre Romane aus. Dass Kinder ihr wichtig sind, merkt der Leser auf Anhieb. Die Verknüpfung zwischen dem Familienleben ihrer Protagonisten und der spannenden kriminalistischen Handlung ist ihr sehr gut gelungen. Dabei kommt sie ohne viel Blutvergießen aus, denn sie legt ihr Hauptaugenmerk auf die psychische Ebene. Schon ziemlich zu Beginn der Geschichte kommt der Unfall zur Sprache, der Erikas Schwester Anna das Leben ihres ungeborenen Kindes kostet. Viele Seiten des Buches widmen sich der Depression von Anna, die dadurch auch ihre komplette Familie vernachlässigt und keiner Gefühlsregung mehr mächtig ist. Die Situation ist dabei so authentisch geschildert, dass ich mich sehr gut in Annas Lage hineinversetzen konnte. Hier kommt der skandinavische Schreibstil mal wieder gut zur Geltung und entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Mir gefällt er jedenfalls ausgezeichnet.
„Der Leuchtturmwärter“ beinhaltet so viele Handlungsstränge, dass der Verdacht aufkommt, dass die Autorin sich nicht so recht entscheiden konnte, welcher Handlung sie nun den Vorrang geben sollte. In diesem Fall geht es um die junge Mutter Annie, die mit ihrem kleinen Sohn Sam vor ihrem gewalttätigen Ehemann auf eine einsame Insel flüchtet. Dass diese Insel unter den Einheimischen die Geisterinsel genannt wird, stört sie weniger, denn sie kennt diese Insel seit ihrer Kindheit und fühlt sich dort geborgen. Annie hat sich mit den Geistern arrangiert. Ihr einziger Kontakt zum Festland besteht mit den Eltern ihrer einstigen Liebe Mats. Sie bringen ihr Vorräte auf die Insel und kurz darauf bekommt Annie auch Besuch von Mats. Der Leser erfährt, dass Annie etwas Schlimmes getan haben muss, weil auf der Flucht das Blut ihres Ehemannes an ihren Händen klebte. Was genau geschehen ist, wird jedoch nicht verraten. Fakt ist, dass der kleine Sam schwer traumatisiert ist und während der ganzen Zeit auf der Insel nicht ein Wort spricht. Kurz darauf wird Mats brutal ermordet. Niemand kann sich vorstellen, wer diesen hilfsbereiten und freundlichen Menschen auf dem Gewissen haben könnte. Kommissar Patrik Hedström nimmt die Ermittlungen auf und wird dabei auch von seiner Frau Erica wieder tatkräftig unterstützt.
Ein weiterer Handlungsstrang ist die Geschichte um die junge Emelie, die im Jahr 1870 in Fjällbacka auf besagter Geisterinsel spielt. Sie ist kursiver Schrift gedruckt und eigentlich eine kleine Geschichte für sich allein. Am Anfang habe ich mich noch gefragt, wie sie sich in die Krimihandlung einfügen soll, weil der Zeitsprung einfach viel zu groß ist, als dass die Charaktere eine Verbindung zueinander haben könnten. Aber am Ende des Romans fügt sich alles zusammen. Mir hat die Geschichte in der Geschichte fast noch besser gefallen als der Krimi an sich. Camilla Läckberg versteht es einfach, die Spannung durchgehend zu halten.
Meine persönliche Jagd nach dem Mörder war nicht ganz so erfolgreich. Viele Spuren verliefen im Sande. Und mein (richtiger) Verdacht, den ich hatte und der sich erst ziemlich zum Schluss eingestellt hatte, ließ sich für mich nicht logisch belegen. Wie Camilla Läckberg das Ganze gelöst hat, war mich eine totale Überraschung. Dieser Krimi war genau das Richtige für mich. Aus diesem Grund vergebe ich auch gerne fünf Sterne.

Reihenfolge der Erica Falck u. Patrik Hedström-Bände:
1. Die Eisprinzessin schläft
2. Der Prediger von Fjällbacka
3. Die Töchter der Kälte
4. Die Totgesagten
5. Engel aus Eis
6. Meerjungfrau
7. Der Leuchtturmwärter
Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen, der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig.
Ernst Reinhold Hauschka
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Die sehr kleine Leuchtturminsel vor Fjällbacka umgibt etwas Geheimnisvolles. Es heißt, dass dort frühere Inselbewohner spuken. Die Insel gehört Annie, einer früheren Klassenkameradin von Erica. Sie hat sich mit ihrem Sohn auf die Insel zurückgezogen, um vor privaten Problemen zu flüchten.
Erica ist die Frau des Kommissars Patrik. Beide sind gerade Eltern eines Zwillingspaares geworden. Patrik hat jedoch nicht viel Zeit für seine Kinder, denn ein Stadtangestellter ist ermordet worden und die Polizei ermittelt mit Hochdruck. Die Spuren führen ins Drogenmillieu.
Camilla Läckberg hat es mit ihrem stilistischen Potential wieder einmal geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Das Buch spaltet sich in vier Erzählstränge, die alle höchst spannend sind:
- Ericas Schwester hat ein Kind verloren und fällt in eine tiefe Depression, aus der die ganze Familie versucht, sie herauszuholen.
- Annie trifft während ihres Inselaufenthaltes auf Geister. Außerdem macht ihr Sohn ihr Sorgen, da er krank ist.
- Es wird aus dem Leben Emilies berichtet, die mit ihrem offensichtlich homosexuellen Mann vor rund 150 Jahren auf der Insel lebte.
- Die Polizeiarbeit gestaltet sich oft als schwierig, da einer der Kollegen immer wieder aus der Reihe tanzt.
Fazit:
Ich bin wieder einmal begeistert und vergebe die volle Punktzahlt.
Bewertung:
Ich gebe dem Buch fünf von fünf Sternen.
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In diesem achten Band der Erika Falk und Patrik Hedström Reihe wird mich manchem was in den vorherigen Teilen zur Rede kam aufgeräumt. Auch das schrecklichen Ende von Band sieben wird aufgegriffen.
Erika hat ihre Zwillinge gesund zur Welt gebracht und alle Hände voll zu tun, doch so chaotisch wie bei ihrer Tochter gestaltete sich ihre Welt dann doch nicht. Sie ist viel gelassener geworden und hat ihre Kinder voll im Griff. Patrik hilft wo er kann, auch wenn der neue Fall alles von ihm abverlangt.
Erikas Schwester hat es leider nicht so gut getroffen, bei dem Unfall in Band sieben, verlor sie leider ihr Kind. Die Familie hat schwer zu knabbern an dieser Tatsache.
Annie flieht zu Beginn der Geschichte mit ihrem Sohn nach Gråskär, eine Schäreninsel mit einem alten Leuchtturm. Dort sollen die Geister dort verstorbener umgehen. Ich wusste einige Seiten lang nicht, was ich von Annie und ihrem Verhalten halten soll. Aber das hatte sich das Stück für Stück gelichtet.
Der eigentliche Fall bringt Patrik bis ins Rocker Milieu von Göteborg und somit auch in immense Gefahr.
All diese Stränge vereinen sich am Ende zu einer Runden und glaubwürdigen Geschichte, die spannend verfasst ist und mich als Leser immer weiter zog. Camilla Läckberg schafft es immer noch mich zu fesseln. Auch die persönliche Entwicklung der Protagonisten gefällt mir an dieser Serie sehr gut. Auf Band neun bis ich schon sehr gespannt.
Liebe Grüße von Netha
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Für mich war es ein Quereinstieg in die Reihe und ich hoffte auf Suchtpotential, denn dann hätte ich mir alle Bände geholt. Aber das war hier nicht der Fall.
Das Problem ist, dass Kenntnisse hier vorausgesetzt werden, die einen Quereinstieg erschweren. Und leider war es auch bis zum Schluss so, dass mir viele Figuren fremd blieben. Dazu fand ich, dass es kein richtiger Krimi war. Also ja, es gibt eine Leiche und von der Theorie ist es auch ein Krimi. Jedoch geht es hier nicht nur um die Ermittlungen, sondern es steht viel mehr die Familie, die Beteiligten und all ihre alltäglichen Probleme im Fokus. Wie ich gehört habe, eine Spezialität der Autorin. Also eher eine Art Familien, Alltag Buch mit Krimi Hauch. Das war leider nicht meins.
Bewertung
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