Lott, Sylvia - Die Inselfrauen

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25 Mai 2016 22:15 - 05 März 2024 13:04 #1 von Netha
Autor: Lott, Sylvia
Titel: Die Inselfrauen
Originaltitel: -
Verlag: Blanvalet Verlag
Erschienen: 14. März 2016
ISBN-10: 3734100593
ISBN-13: 978-3734100598
Seiten: 480
Einband: TB
Serie: -
Preis: 9,99 €


Autorenporträt:

Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine und veröffentlichte bei Blanvalet bereits den Roman "Die Rose von Darjeeling". Seit sie vor vielen Jahren bei einer Reisereportage ihren ersten „Cheese Cake New York Style“ probierte, ist sie süchtig nach diesem ganz besonderen Käsekuchen. Sylvia Lott lebt in Hamburg-Winterhude.
 

Quelle: Blanvalet Verlag

Inhaltsangabe:

IAuf der Suche nach einer beruflichen Auszeit mietet sich die Journalistin Nina in der Borkumer Frühstückspension ein, in der sie einst den schönsten Sommer ihres Lebens verbrachte. Damals verliebte sie sich in Klaas und träumte von einem Leben an seiner Seite bis er ihr Herz brach. In der Zwischenzeit arbeitet Ninas Nichte Rosalie in der Pension. Sie interessiert sich sehr für die Geschichte der Insel und für das, was Nina dort erlebte. Während Nina es endlich wagt, ihrer Vergangenheit ins Auge zu sehen, befindet sich plötzlich auch Klaas wieder auf der Insel. Und dann ist da noch ein Walzer, dessen Melodie eine Liebe beschwört, die nie verging ...
 

Quelle: Klappentext

Meine Meinung:

Auch das für mich dritte Werk von Sylvia Lott konnte mich nach sehr kurzer Zeit überzeugen.
In ihrem unnachahmlichen Schreibstil, der mir sehr gut gefällt, schildert sie das Leben auf der Insel Borkum, Damals wie Heute.

Nina kehrt nach Jahren in die Pension ihrer Tante zurück. Sie war einem Burnout sehr nahe und braucht einfach nur Ruhe und Abstand von ihrer Arbeit als Journalistin. Aber dort trifft sie nicht nur ihre betagte aber rüstige Tante wieder, auch ihre Nichte Rosalie verbringt dort ihren Sommer. Tante und Nichte kümmern sich rührend um Nina. So kann sie auch in Gesprächen mit Rosalie ihre Vergangenheit aufarbeiten. Anfangs möchte Nina das nicht, aber Rosalie bringt immer wieder dazu auch über diese Zeit zu sprechen. Nina stellt sich ihrer Vergangenheit und erzählt Stück für Stück, was sich damals zugetragen hat. Und sie erkennt das sie daran immer noch zu knabbern hat. Doch auch Rosalie und ihre Tante haben einiges zu verarbeiten. Und so helfen sich diese drei Damen gegenseitig ohne es eigentlich zu wollen.
Das Ende der Geschichte war für mich einfach wundervoll, vollkommen zufrieden klappte ich dieses Buch zu. Sylvia Lott hat sich bei mir in die Liste er Favoriten geschrieben. Das nächste Werk werde ich ganz bestimmt auch lesen

Ich vergebe fünf von fünf Sternen :*****:

Liebe Grüße von Netha
Letzte Änderung: 05 März 2024 13:04 von Meggie.

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30 Mai 2016 15:11 #2 von charlie
Meine Meinung

Nina hat sich nur schwer von einem Burnout erholt. Da kommt die Einladung ihrer Nichte Rosalie nach Borkum gerade Recht. In ihrer Jugend hatte Nina in der Borkumer Pension, bei ihrer Tante, einen Sommer lang gearbeitet und sich damals in Klaas verliebt. Nur leider kam es nicht zu dem gewünschten Happyend der beiden. Deswegen hatte sie die Insel seit dieser Zeit gemieden. Mit Hilfe von Rosalie arbeitet sie die Vergangenheit auf. Durch Zufall kann Nina die alten Wunden heilen lassen. Auch Rosalie hat es nicht so einfach mit dem anderen Geschlecht.

Es war bereits mein dritter Roman dieser Autorin. Der flüssige Schriebstil gefällt mir sehr gut. Ich lerne durch ihre Geschichten verschiedene Gebiete in Deutschland kennen von denen ich vorher noch nie etwas gehört habe. Die Figuren sind sehr lebensnah beschrieben. Als ich heute in einer Buchhandlung war, kaufte die Kundin vor mir dieses Buch. Natürlich konnte ich es nicht lassen und habe ihr gesagt, dass dieses Werk etwas ganz besonders ist.

Ich vergebe fünf von fünf Sternen: :*****:

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12 Juni 2016 12:35 #3 von goat
Meine Meinung:

Der Sommer im Jahr 1967 hat das Leben der Journalistin Nina maßgeblich geprägt. Damals jobbte sie als junges Mädchen in der Pension ihrer Tante Theda auf der Insel Borkum. Dort lernt sie ihre erste große Liebe, den Krabbenfischer Klaas kennen, einen fleißigen und sehr musikalischen jungen Mann, der Nina einen Walzer komponiert. Die beiden Verliebten schmieden Zukunftspläne und für Nina ist es der schönste Sommer ihres Lebens. Doch als die Abreise naht, ist Klaas nicht wie versprochen am Ableger, um sie zu verabschieden. Zuhause angekommen, versucht Nina telefonisch und schriftlich Kontakt zu ihm aufzunehmen, doch sie bekommt keine Antwort. Für Nina bricht eine Welt zusammen.

Jetzt, im Jahr 2010, setzt die mittlerweile 61-jährige Nina das erste Mal wieder einen Fuß auf die Insel. Sie hat den Bruch zu Klaas nie ganz verwunden und konnte sich in all den Jahren auf keine feste Beziehung zu einem Mann einlassen. Durch ihren Beruf hat sie viel von der Welt gesehen, aber irgendwann zwingt der Stress Nina in die Knie und sie erleidet einen Burn-Out. Um sich zu erholen, zieht sie zu Tante Theda in die Pension, wo gerade ihre Nichte Rosalie aushilft. Diese steht kurz vor dem Abschluss ihres Examens zur Lehrerin. Doch ihr kommen Zweifel, ob sie den richtigen Weg eingeschlagen hat. Ihre Beziehung steht auf dem Prüfstand, denn ihr Freund befindet sich berufsbedingt für längere Zeit am anderen Ende der Welt. Rosalie ist sich mit einem Mal nicht mehr so sicher, ob sie tatsächlich glücklich ist.

Und auch Tante Theda hat mit ihren Problemchen zu kämpfen. Mit mittlerweile 80 Jahren fällt ihr die Arbeit in der Pension zunehmend schwerer und sie hat sich entschlossen, die Pension zu verkaufen. Nun fehlt nur noch ihre Unterschrift unter dem Kaufvertrag. Aber das ist gar nicht so einfach, wie sie gedacht hat. Und auch Nina ist betrübt von der Tatsache, dass die Pension bald Geschichte sein soll, denn sie hat gerade ihr neues Hobby entdeckt – das Backen von Rosinenstuten und die Bewirtung der Gäste der Pension. Und dann plötzlich läuft ihr auch noch Klaas über den Weg …

Für mich ist der neue Roman von Sylvia Lott ein sehr angenehmer Vorgeschmack auf den Sommer. Ich konnte sofort eintauchen in das Inselleben und auch die Geschichten der drei Frauen haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Der Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen ist mühelos zu verfolgen und lockert den Schreibstil erheblich auf. Außerdem erzeugt die Autorin dadurch noch etwas Spannung, weil der Leser nicht sofort erfährt, wie es weitergeht. Durch die Examensarbeit von Rosalie gibt es immer wieder einen Abstecher in die vergangenen Jahrhunderte und es gibt einiges Interessantes über das damalige Leben der Frauen auf der Insel zu lesen.

Bei „Die Inselfrauen“ handelt es sich ganz klar um einen reinen Frauenroman, der sehr einfühlsam verfasst und umgesetzt wurde. Die Geschichte berührt und ich hatte mehr als einmal eine Gänsehaut beim Lesen. Liebesromane zu verfassen, die einem das Herz für die Protagonisten öffnen, jede Menge Lokalkolorit bieten und nicht ins Kitschige abdriften, will gelernt sein. Und Sylvia Lott, die kann es einfach. Da ich selber in Ostfriesland wohne, ist es immer wieder schön, über Sitten und Gebräuche wie „Klaasohm“ oder regionaltypische Spezialitäten wie „Ostfriesische Bohntjesopp“ zu lesen. Und wenn dann noch der Akkordeon spielende Wattführer Albertus Akkermann im Roman auftaucht, den ich schon persönlich kennenlernen durfte, dann ist doch alles perfekt.

Witzig fand ich die kleinen Anspielungen auf die vorherigen Romane der Autorin auf Seite 354: „Und im Mai zur Rhododendronblüte ins Ammerland (Die Rose von Darjeeling). Oder auf der Deutschen Edelsteinstraße gemächlich durch den Hunsrück (Die Lilie von Bela Vista). Aber ich würde auch gern Freunde auf Long Island besuchen .. Ach ja, und dort das beste Rezept für den Cheese Cake New York Style (Die Glücksbäckerin von Long Island) herausfinden!“

Interessant ist, dass ein Walzer die Inspiration zu diesem Roman war. Wie im Vorwort empfohlen, habe ich mir „And the waltz goes on“ von Sir Anthony Hopkins, uraufgeführt im Jahr 2011 in Wien von André Rieu, angehört. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Sylvia Lott ausgerechnet diesen Walzer für ihr Buch aufgegriffen hat. Er ist eine wahre Inspiration und steht für alle Emotionen, die dieses Buch zu dem machen, was es ist - ein großartiger, gefühlvoller und unterhaltsamer Roman. Ich bedanke mich bei Sylvia Lott mit fünf Sternen.

:*****:

Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen, der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig.

Ernst Reinhold Hauschka

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02 Sep. 2016 09:33 #4 von Ikopiko
Meine Meinung:

Thea, Nina und Rosalie sind drei Frauen aus drei Generationen, die –zum Teil auf Zeit- in Thedas Frühstückspension auf Borkum leben. Alle haben ihre eigenen Sorgen und Nöte, die sie nach und nach den anderen anvertrauen; und meistens geht es dabei um die Liebe.

Nina hat zuletzt in ihrer Jugend einen Sommer auf Borkum verbracht und sich unsterblich in den Fischer Klaas verliebt. Doch der ließ sie sitzen.

Rosalie ist nun etwa in dem Alter wie Nina damals und führt eine Fernbeziehung. Ihr Freund lebt in China und sie entfremden sich zunehmend. Dass es auf Borkum auch junge, hübsche Männer gibt, macht es für Rosalie nicht leichter.

Trotzdem fühlen sich beide sehr wohl in Theas kleiner Pension.

„Die Inselfrauen“ spielt quasi vor meiner Haustür, die Insel Borkum gehört zu „meinem“ Landkreis. Umso mehr habe ich mich auf den neuesten Roman von Sylvia Lott gefreut.

Wenn ich den Schreibstil der Autorin beschreiben soll, fallen mir die Wörter „sanft“ und „liebevoll“ ein. Die Romane sind einfühlsam und machen gute Laune, auch wenn die Protagonisten einige Baustellen in ihrem Leben haben.

Mir hat der auf Borkum spielende Roman wieder sehr gefallen und ich glaube, ich muss demnächst mal wieder „unsere“ Insel besuchen.

Bewertung:

Ich vergebe vier von fünf Sternen.

:****:

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