Levy, Marc - Kinder der Hoffnung

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27 Mai 2009 21:25 #1 von Zabou1964
Autor: Levy, Marc
Titel: Kinder der Hoffnung
Originaltitel: Les enfants de la liberté
Übersetzer: Bettina Runge, Eliane Hagedorn
Verlag: Knaur
Erschienen: August 2008
ISBN 10: 3426663015
ISBN 13: 978-3426663011
Seiten: 368 Seiten
Serie:
Ort und Zeit der Handlung: Toulouse/Frankreich, 1940er Jahre

Autorenportrait:

Marc Levy wurde 1961 als Sohn eines Verlegers in Frankreich geboren. Er ist von Beruf Architekt und entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino. Von 1983 bis 1990 lebte er in San Francisco, wo er studierte und sein erstes Unternehmen gründete. Seine erster Roman „Solange du da bist“, der von Steven Spielberg verfilmt worden ist, wurde zu einem internationalen Bestseller, genauso wie „Wo bist du?“, „Sieben Tage für die Ewigkeit“, „Bis ich dich wiedersehe“, „Zurück zu dir“ und „Wenn wir zusammen sind“.

Quelle: Klappentext

Inhalt:

Raymond und Claude gehören zu jenen Menschen, die am Krieg verzweifeln, sich aber mit der politischen Lage nicht abfinden wollen. Gemeinsam mit anderen Jungen und Mädchen kämpfen sie in der Résistance gegen die deutschen Besatzer und gegen die kollaborierende französische Miliz und riskieren dabei jeden Tag ihr Leben.

Liebesbeziehungen bleiben ihnen versagt, denn sie könnten sie und ihre Aktionen gefährden; das Leben in der Illegalität und die Gefahr aufzufliegen zehren an Raymond und seinen Kameraden, denn nur allzu oft müssen sie miterleben, wie einer von ihnen sein Engagement mit dem Tod bezahlt.

Doch Raymond, Claude und all die anderen wissen, wofür sie kämpfen: für ein freies Land, für eine Zukunft ohne Hass und Gewalt und dafür, dass sie und ihre Kinder einstmals die Chance haben werden, die Liebe kennen zu lernen.

Jahre später erzählt Raymond seinem Sohn von jener Zeit – seinem Sohn, der bis dahin nichts von der Vergangenheit seines Vaters und dessen Verdiensten um sein Land ahnte.

Der Sohn heißt Marc Levy ...

Marc Levys persönlichstes Buch ist eine Hommage auf die Kinder und Jugendlichen, die für die Freiheit und die Hoffnung kämpften: anrührend, hochemotional und dabei mit leisem Humor.

Quelle: Klappentext

Meine Meinung:
Raymond und Claude Levy sind französische Juden. Mit 18 und 17 Jahren schließen sie sich der französischen Widerstandsbewegung, der Résistance, an. Von nun an ist ihr behütetes Leben im Schoße der Familie vorbei. Sie kämpfen mit ihren Kameraden für ein freies Frankreich, gegen die deutschen Besatzer. In ihrer Jugend müssen sie Dinge erleben, die andere in einem ganzen Menschenleben nicht erdulden müssen. Und doch geben sie die Hoffnung nicht auf, sie kämpfen bis zum Schluss, denn eines Tages wird der Frühling nach Frankreich zurückkehren.

Dieser Roman von Marc Levy, der eigentlich die Biographie seines Vaters ist, hat mich zutiefst berührt. Aus der Sicht des Vaters wird anfangs noch relativ nüchtern berichtet. Der Anschluss an die Widerständler, die Aktionen und die Kameraden werden beschrieben. Später, als die Brigade auffliegt und inhaftiert wird, werden die Schilderungen persönlicher. Das Leid der Gefangenen ist unbeschreiblich, ich war froh, dass Marc Levy mir die einzelnen Personen nicht noch näher beschrieben hat. Immer wieder sterben Kameraden von Raymond und Claude und jeder Abschied tat mir weh.

Sehr beeindruckt hat mich die Tatsache, dass die jungen Menschen die Hoffnung nie aufgegeben haben. Sie haben bis zum Schluss gekämpft für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – für die Gerechtigkeit! Und ich habe mit ihnen gehofft und gebangt und dabei ist manche Träne geflossen.

Vollkommen daneben finde ich dagegen das Cover und den deutschen Titel des Buches. Man hätte den französischen Titel einfach wörtlich in „Die Kinder der Freiheit“ übersetzen können. Und auf dem Umschlagbild läuft ein kleines Mädchen über ein Stoppelfeld, im Hintergrund sieht man ein Flugzeug. Dieses Bild stimmt eher fröhlich, was überhaupt nicht zu dem Inhalt des Buches passt, in dem auch kein kleines Mädchen vorkommt.

Fazit: Mich hat lange kein Roman mehr so bewegt. Wer etwas über den Widerstand der jüdischen Jugend in Frankreich aus erster Hand erfahren möchte, sollte zu diesem Buch von Marc Levy greifen – auch wenn es ganz anders ist als das, was man sonst von ihm gewohnt ist.

:*****:

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