Steemers, Nicolet - Todgeweiht

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15 Aug. 2011 07:38 #1 von Ikopiko
Autor: Steemers, Nicolet
Titel: Todgeweiht
Originaltitel: Lichtval
Verlag: Knaur
Erschienen: 7. März 2011
ISBN-13: 978-3426503911
Seiten: 336
Einband: Taschenbuch
Serie: -
Preis: 8,99 €

Autorenportrait:

Nicolet Steemers hat in den Niederlanden bereits zwei Spannungsromane veröffentlicht und wird mit den Erfolgreichsten ihres Genres verglichen. Sie lebt mit ihrer Familie in Groenlo.

Quelle: Verlagsseite

Inhaltsangabe:

Nie wieder wollte Aline einen Fuß auf die Insel setzen, wo ihre Schwester Ellis auf rätselhafte Weise zu Tode kam. Dann aber beschließt die Familie, Ellis‘ Asche auf Ameland zu verstreuen. Und plötzlich ist es, als wolle der Lichtstrahl des Leuchtturms unaufhaltsam bloßlegen, was Aline mühsam zu verdrängen sucht ...

Quelle: Verlagsseite

Meine Meinung:

„Der Leuchtturm sandte unaufhörlich seinen Lichtstrahl über unsere Köpfe hinweg, was hier unten den Effekt hatte, als sähe man sich einen Schwarzweißfilm an, der immer wieder aussetzt. Blut konnte ich keines erkennen, und ich redete mir selbst ein, das sei ein gutes Zeichen. Ich versuchte, nicht an Ellis´ Schädel zu denken und erst recht nicht an Eierschalen.“

Ellis stürzt auf der niederländischen Insel Ameland vom Leuchtturm und stirbt. Ihr Tod reißt ein großes Loch in die Herzen ihrer Familie.

Ellis´ Schwester Aline hat seit Ellis´ Tod die Insel nicht mehr betreten. Doch gegen ihren Willen lässt sie sich von ihrer Schwester zu einem Besuch des Unfallortes überreden. Die Familie möchte hier die Asche von Ellis verstreuen, und Aline soll dabei sein. Aline findet dies makaber, reist aber aus Liebe zur Familie und um des lieben Friedens willen auf die Insel.

Auch Werner, Ellis´ Witwer, ist zu diesem Anlass angereist. Er und Aline wollen dieses Familientreffen dazu nutzen, ihre Affäre zu beichten. Sehr wohl mit dem Wissen, dass dies nicht auf uneingeschränkte Zustimmung stoßen wird.

Die Stimmung in dem Ferienhaus auf Ameland ist absolut spannungsgeladen. Die Mutter trinkt zu viel. Der Vater ist in sich gekehrt und äußert sich fast nur durch bissige Kommentare und Erniedrigungen. Die Geschwister haben sich auseinandergelebt. Alle versuchen auf ihre Weise mit dem Verlust von Ellis umzugehen.

Aline hat den Abend des Unfalls aus ihrem Gedächtnis verdrängt. Doch jetzt vor Ort, ist die Erinnerung wieder da. Und dass es sich bei dem Sturz um einen Unfall handelt, wird in Frage gestellt.

„Todgeweiht“ ist untertitelt mit „Kriminalroman“. Einen Kriminalroman kann ich in Nicolet Steemers Buch jedoch nicht erkennen. Fast bis zum Ende gibt es weder Spannung noch kriminelle Handlungen, wenn man von dem Drogenkonsum Alines absieht, der aber in den Niederlanden erlaubt ist, soweit ich informiert bin.

„Todgeweiht“ ist ein sehr gefühlsgeladener Roman. Die Emotionen der Familienmitglieder, insbesondere die von Aline, werden beleuchtet; ihr Umgang mit dem Verlust eines geliebten Familienmitgliedes beschrieben. Auch, dass durch so einen Schicksalsschlag eine Familie auseinanderbrechen kann.

Wäre ich mit anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, hätte es mir eventuell besser gefallen. Ich hatte jedoch beabsichtigt, einen Krimi zu lesen und war daher arg enttäuscht.

Fazit:

„Todgeweiht“ ist kein Kriminalroman sondern ein Drama. Mit diesem Wissen sollte man das Buch in die Hand nehmen, um nicht enttäuscht zu werden.

Bewertung:

Ich gebe dem Buch drei von fünf Sternen.

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