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Patrick, Cat - Forgotten
10 Okt. 2011 18:43 - 12 März 2024 13:45 #1
von Mandy
Patrick, Cat - Forgotten wurde erstellt von Mandy
Autor: Patrick, Cat
Titel: Forgotten
Originaltitel: Forgotten
Verlag: Marion von Schröder
Erschienen: 30. September 2011
ISBN 13: 978-3547711820
Seiten: 301 Seiten
Einband: Hardcover
Serie: -
Empfohlenes Alter: 12-15 Jahren
Preis: 16,99 Euro
Autorenportrait:
Inhaltsangabe:
Meine Meinung:
Der Klappentext des Buches hat sich ziemlich interessant und vielversprechend angehört, so daß ich mir den Roman einfach holen mußte. Die ersten 200 Seiten sind auch wirklich gut zu lesen und ich war richtig angetan von der Geschichte um London, die nie etwas über den vorherigen Tag weiß, da jedes Mal um 4.33 Uhr ihr Gedächtnis gelöscht wird und hätte sie ihre Notizen nicht, die sie sich jedes Mal vorm schlafen gehen macht wäre sie wohl total aufgeschmissen. Aber sie meistert ihr Leben wirklich bravourös und auch wenn sie die Vergangenheit nicht kennt so weiß sie doch was sie und ihre Mitmenschen in der Zukunft erwartet, allerdings auch nur bis zu dem Zeitpunkt wo es geschieht, denn dann ist es ja wieder vergangen und somit erlischt die Erinnerung.
Auch schön fand ich die Beziehung von London und Luke, man merkt den beiden ihre Gefühle richtig gut an, auch wenn London sich theoretisch erstmal jeden Tag neu in ihn verliebt. Aber Luke ist wirklich ein toller Junge und steht voll und ganz zu ihr. Aber auch er hat ein kleines Geheimnis, was ich persönlich allerdings nicht so schlimm fand und Londons Reaktion darauf war schon etwas überzogen in meinen Augen, denn sie hat ihm ja auch nicht die ganze Wahrheit über sich erzählt. In dem Teil verhält sie sich dann auch etwas unreif, wie ich finde und manipuliert sich sogar selbst mit ihren Notizen.
Jamie, die beste Freundin von London, fand ich die meiste Zeit über ziemlich unsympathisch. Da will ihr London nur helfen und beistehen, aber sie macht alles kaputt, trotzdem gibt London nicht auf und hält an der Feundschaft fest, da sie ja auch die Zukunft kennt, aber theoretisch könnte sie die ja auch ändern, wenn sie das wollte und würde dann nicht alles anders kommen?!
Sehr düster war der immer wiederkehrende Traum von London, der sie auch immer ziemlich verwirrt und traurig zurück gelassen hat, vor allem, weil sie nicht weiß, was genau er zu bedeuten hat und was sie dort wirklich sieht. Sie reimt sich zwar immer mal einige Sachen zusammen, aber die Wahrheit ist eine ganz andere.
Wie schon erwähnt fand ich die ersten Seiten wirklich klasse, aber dann kommt eine Wendung mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe und die ich persönlich auch nicht gerne in Büchern lese, da mich das sehr mitnimmt und schockiert, aber das sieht natürlich jeder anders. Aber für mich war das halt der Punkt an dem mich die Geschichte nicht mehr so begeistern konnte und ich mit einem ziemlich unangenehmen Gefühl weitergelesen habe.
Aber auch das Ende hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen, da es plötzlich doch alles ziemlich schnell ging und auch wenn der Epilog nochmal ganz gut war, so hat er doch nicht alle Fragen beantwortet, die ich noch hatte und die im Laufe der Story aufgekommen sind.
Von mir gibt es:***:
Titel: Forgotten
Originaltitel: Forgotten
Verlag: Marion von Schröder
Erschienen: 30. September 2011
ISBN 13: 978-3547711820
Seiten: 301 Seiten
Einband: Hardcover
Serie: -
Empfohlenes Alter: 12-15 Jahren
Preis: 16,99 Euro
Autorenportrait:
Quelle: Amazon.deCat Patrick lebt mit ihrem Mann und ihren Zwillingstöchtern in der Nähe von Seattle. "Forgotten" ist ihr Debütroman.
Inhaltsangabe:
Quelle: Amazon.deLondon Lane kann sich an nichts aus der Vergangenheit erinnern. Die Zukunft hingegen kennt sie. Beim Aufwachen an jedem Morgen bleibt ihr nur ein Zettel mit ihren Notizen vom Vortag. An einem kalten Wintertag lernt London den geheimnisvollen Luke kennen. Aber begegnet sie ihm wirklich zum ersten Mal? Er ist ihr so seltsam vertraut und wird ihre große Liebe. Doch warum hat London plötzlich schreckliche Visionen von einer Beerdigung? Wird Luke sterben?
Meine Meinung:
Der Klappentext des Buches hat sich ziemlich interessant und vielversprechend angehört, so daß ich mir den Roman einfach holen mußte. Die ersten 200 Seiten sind auch wirklich gut zu lesen und ich war richtig angetan von der Geschichte um London, die nie etwas über den vorherigen Tag weiß, da jedes Mal um 4.33 Uhr ihr Gedächtnis gelöscht wird und hätte sie ihre Notizen nicht, die sie sich jedes Mal vorm schlafen gehen macht wäre sie wohl total aufgeschmissen. Aber sie meistert ihr Leben wirklich bravourös und auch wenn sie die Vergangenheit nicht kennt so weiß sie doch was sie und ihre Mitmenschen in der Zukunft erwartet, allerdings auch nur bis zu dem Zeitpunkt wo es geschieht, denn dann ist es ja wieder vergangen und somit erlischt die Erinnerung.
Auch schön fand ich die Beziehung von London und Luke, man merkt den beiden ihre Gefühle richtig gut an, auch wenn London sich theoretisch erstmal jeden Tag neu in ihn verliebt. Aber Luke ist wirklich ein toller Junge und steht voll und ganz zu ihr. Aber auch er hat ein kleines Geheimnis, was ich persönlich allerdings nicht so schlimm fand und Londons Reaktion darauf war schon etwas überzogen in meinen Augen, denn sie hat ihm ja auch nicht die ganze Wahrheit über sich erzählt. In dem Teil verhält sie sich dann auch etwas unreif, wie ich finde und manipuliert sich sogar selbst mit ihren Notizen.
Jamie, die beste Freundin von London, fand ich die meiste Zeit über ziemlich unsympathisch. Da will ihr London nur helfen und beistehen, aber sie macht alles kaputt, trotzdem gibt London nicht auf und hält an der Feundschaft fest, da sie ja auch die Zukunft kennt, aber theoretisch könnte sie die ja auch ändern, wenn sie das wollte und würde dann nicht alles anders kommen?!
Sehr düster war der immer wiederkehrende Traum von London, der sie auch immer ziemlich verwirrt und traurig zurück gelassen hat, vor allem, weil sie nicht weiß, was genau er zu bedeuten hat und was sie dort wirklich sieht. Sie reimt sich zwar immer mal einige Sachen zusammen, aber die Wahrheit ist eine ganz andere.
Wie schon erwähnt fand ich die ersten Seiten wirklich klasse, aber dann kommt eine Wendung mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe und die ich persönlich auch nicht gerne in Büchern lese, da mich das sehr mitnimmt und schockiert, aber das sieht natürlich jeder anders. Aber für mich war das halt der Punkt an dem mich die Geschichte nicht mehr so begeistern konnte und ich mit einem ziemlich unangenehmen Gefühl weitergelesen habe.
Aber auch das Ende hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen, da es plötzlich doch alles ziemlich schnell ging und auch wenn der Epilog nochmal ganz gut war, so hat er doch nicht alle Fragen beantwortet, die ich noch hatte und die im Laufe der Story aufgekommen sind.
Von mir gibt es:***:
Letzte Änderung: 12 März 2024 13:45 von Meggie.
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23 Okt. 2011 20:31 #2
von goat
Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen, der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig.
Ernst Reinhold Hauschka
goat antwortete auf Patrick, Cat - Forgotten
Meine Meinung:
Das Cover ist in rosa gehalten. Abgebildet ist der Schatten eines jungen Mädchens. Sowohl auf der Rückseite als auch auf der Vorderseite befinden sich ein paar pinkfarbene Schmetterlinge. Warum nun ausgerechnet Schmetterlinge zu sehen sind, erschließt sich mir nicht so ganz, weil sie auf jeden Fall keinen Bezug zu der Geschichte haben. Das Cover lässt schon auf einen Jugendroman schließen und die Farbgestaltung macht schnell deutlich, dass dies eher ein Buch für Mädchen ist. Wie leider so oft, fehlt ein Lesebändchen – dafür kostet die gebundene Ausgabe aber auch „nur“ 16,99 €.
Der Klappentext verspricht eine spannende, romantische und auch rätselhafte Geschichte. London Lane wäre ein ganz normaler Teenager. Doch an jedem Tag, an dem sie morgens erwacht, kämpft sie mit ihrer Erinnerung – bzw. mit der Tatsache, dass sie keine Erinnerung mehr an den vorherigen Tag hat. London lebt mit der Zukunft, aber hat keine Erinnerung, denn diese wird jeden Morgen genau um 4:33 Uhr gelöscht. Kein Arzt hat eine Erklärung für dieses Phänomen und auch ihre Mutter, zu der London ein eher distanziertes Verhalten hat, hat keine Ahnung, was der Auslöser für diese seltene Form von Amnesie sein könnte. Und doch spürt London, dass es einen Grund geben muss, warum sie so anders ist als ihre Mitmenschen, denn immer öfter quälen sie Zukunftsversionen einer Beerdigung, an der sie teilnimmt und doch kann sie nicht sehen, um wessen Beerdigung es sich handelt.
Ihren Alltag meistert sie mit Hilfe von Zetteln, auf denen sie ihre zukünftigen Erinnerungen aufschreibt. Ohne diese Zettel und ihr Handy mit der Kalenderfunktion wäre London aufgeschmissen. Sogar die Kleidung, die sie getragen hat, wird vermerkt, damit sie nicht versehentlich wieder das Gleiche anzieht wie am Vortag. Ihr Handy bezeichnet London als ihre „als Telekommunikationsgerät getarnte Rettungsleine“. Ihr tragbares Gedächtnis. Wie sehr sie darauf angewiesen ist, muss sie wieder mal an einem Tag feststellen, als ihr Handy „tot“ ist und London keine Sportsachen für den Turnunterricht dabei hat. Als dann plötzlich der Feueralarm losgeht, steht London frierend draußen auf dem Hof. Ausgerechnet ein süßer Junge namens Luke leiht ihr seinen Pullover und noch bevor London richtig mit ihm ins Gespräch kommen kann, ist er auch schon wieder fort. Nachts im Bett überlegt London, ob sie Luke auf ihren Erinnerungszettel für den nächsten Tag setzen soll.
„Aber je näher der Zeiger auf vier Uhr dreiunddreißig zutickt – das ist der Zeitpunkt, an dem jede Nacht meine innere Festplatte neu formatiert und meine Erinnerung an den vergangenen Tag gelöscht wird -, desto deutlicher wird die traurige Wahrheit: dass Luke nirgendwo zu finden ist. Er ist nicht Teil meiner Erinnerung, und das heißt, er ist nicht teil meiner Zukunft. Entweder mache ich mir die Mühe, mich an jemanden zu erinnern, der in meinem weiteren Leben keine Rolle spielen wird, oder aber ich lasse ihn aus meinen Notizen weg und erspare mir auf diese Weise morgen ein ähnliches Gefühlschaos wie heute. Ich beiße die Zähne zusammen, fass den Kugelschreiber fester und tue, was ich tun muss. Ich lüge mich an.“
Cat Patrick hat mit ihrem Jugendroman eine Geschichte geschaffen, die perfekt zwischen Spannung und Liebesromanze pendelt. Ihr flüssiger und gleichzeitig gefühlvoller Schreibstil kam bei mir sehr gut an. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, wie sie das Problem mit Londons Amnesie lösen wird. Welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, das ganze glaubwürdig darzustellen, ohne ins Kitschige oder Fantastische abzugleiten. Die Autorin hat eine Möglichkeit gefunden, die auch einigermaßen glaubwürdig rüberkommt – und doch war es mir dann etwas zu viel des Guten. Die Ereignisse überschlagen sich, als feststeht, wer oder was für Londons Gedächtnisproblem verantwortlich ist und das Ganze wirkt plötzlich viel zu konstruiert. Es waren mir schlussendlich zu viele Lösungen für zu viele Probleme, die unbedingt noch aus der Welt geschafft werden müssen, damit die Leserinnern nach Beenden des Buches mit einem guten Gefühl zurückbleiben.
Außerdem gibt es einige logische Schönheitsfehler, die mich doch etwas gestört haben. Niemand könnte – auch mit Hilfe von etlichen Zetteln nicht – verbergen, dass er sich an nichts erinnert. Es soll wirklich keinem auffallen, dass London sich nichts merken kann? Und was ist mit dem ganzen Lernstoff? Das gestern gelernte müsste sie doch heute noch einmal komplett von vorne lernen. Wieso taucht Luke nicht in ihren „Zukunftserinnerungen“ auf? Sie müsste doch eigentlich sehen können, dass sie am nächsten oder übernächsten Tag etwas zu tun hat. Warum hat London ein so distanziertes Verhalten zu ihrer Mutter? Es sind leider noch zu viele Dinge unerklärt geblieben und das lässt mich auch etwas ratlos zurück. Die Geschichte ist ohne Wenn und Aber klasse – gar keine Frage. Der nötige Feinschliff jedoch fehlt und das ist bei Jugendbüchern, genau wie bei Romanen von Erwachsenen, ein wichtiger Aspekt Ich hätte gerne 3,5 Sterne vergeben, aber ich runde auf vier Sterne auf. Ich vermisse die Kennzeichnungen der Verlage auf den Büchern bezüglich der Altersangabe. Auch in diesem Fall war leider mal wieder nichts angegeben und somit beziehe ich mich auf die vom Hersteller empfohlene Altersangabe der englischen Ausgabe. Und die ist angegeben mit ab 14 Jahren.
Das Cover ist in rosa gehalten. Abgebildet ist der Schatten eines jungen Mädchens. Sowohl auf der Rückseite als auch auf der Vorderseite befinden sich ein paar pinkfarbene Schmetterlinge. Warum nun ausgerechnet Schmetterlinge zu sehen sind, erschließt sich mir nicht so ganz, weil sie auf jeden Fall keinen Bezug zu der Geschichte haben. Das Cover lässt schon auf einen Jugendroman schließen und die Farbgestaltung macht schnell deutlich, dass dies eher ein Buch für Mädchen ist. Wie leider so oft, fehlt ein Lesebändchen – dafür kostet die gebundene Ausgabe aber auch „nur“ 16,99 €.
Der Klappentext verspricht eine spannende, romantische und auch rätselhafte Geschichte. London Lane wäre ein ganz normaler Teenager. Doch an jedem Tag, an dem sie morgens erwacht, kämpft sie mit ihrer Erinnerung – bzw. mit der Tatsache, dass sie keine Erinnerung mehr an den vorherigen Tag hat. London lebt mit der Zukunft, aber hat keine Erinnerung, denn diese wird jeden Morgen genau um 4:33 Uhr gelöscht. Kein Arzt hat eine Erklärung für dieses Phänomen und auch ihre Mutter, zu der London ein eher distanziertes Verhalten hat, hat keine Ahnung, was der Auslöser für diese seltene Form von Amnesie sein könnte. Und doch spürt London, dass es einen Grund geben muss, warum sie so anders ist als ihre Mitmenschen, denn immer öfter quälen sie Zukunftsversionen einer Beerdigung, an der sie teilnimmt und doch kann sie nicht sehen, um wessen Beerdigung es sich handelt.
Ihren Alltag meistert sie mit Hilfe von Zetteln, auf denen sie ihre zukünftigen Erinnerungen aufschreibt. Ohne diese Zettel und ihr Handy mit der Kalenderfunktion wäre London aufgeschmissen. Sogar die Kleidung, die sie getragen hat, wird vermerkt, damit sie nicht versehentlich wieder das Gleiche anzieht wie am Vortag. Ihr Handy bezeichnet London als ihre „als Telekommunikationsgerät getarnte Rettungsleine“. Ihr tragbares Gedächtnis. Wie sehr sie darauf angewiesen ist, muss sie wieder mal an einem Tag feststellen, als ihr Handy „tot“ ist und London keine Sportsachen für den Turnunterricht dabei hat. Als dann plötzlich der Feueralarm losgeht, steht London frierend draußen auf dem Hof. Ausgerechnet ein süßer Junge namens Luke leiht ihr seinen Pullover und noch bevor London richtig mit ihm ins Gespräch kommen kann, ist er auch schon wieder fort. Nachts im Bett überlegt London, ob sie Luke auf ihren Erinnerungszettel für den nächsten Tag setzen soll.
„Aber je näher der Zeiger auf vier Uhr dreiunddreißig zutickt – das ist der Zeitpunkt, an dem jede Nacht meine innere Festplatte neu formatiert und meine Erinnerung an den vergangenen Tag gelöscht wird -, desto deutlicher wird die traurige Wahrheit: dass Luke nirgendwo zu finden ist. Er ist nicht Teil meiner Erinnerung, und das heißt, er ist nicht teil meiner Zukunft. Entweder mache ich mir die Mühe, mich an jemanden zu erinnern, der in meinem weiteren Leben keine Rolle spielen wird, oder aber ich lasse ihn aus meinen Notizen weg und erspare mir auf diese Weise morgen ein ähnliches Gefühlschaos wie heute. Ich beiße die Zähne zusammen, fass den Kugelschreiber fester und tue, was ich tun muss. Ich lüge mich an.“
Cat Patrick hat mit ihrem Jugendroman eine Geschichte geschaffen, die perfekt zwischen Spannung und Liebesromanze pendelt. Ihr flüssiger und gleichzeitig gefühlvoller Schreibstil kam bei mir sehr gut an. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, wie sie das Problem mit Londons Amnesie lösen wird. Welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, das ganze glaubwürdig darzustellen, ohne ins Kitschige oder Fantastische abzugleiten. Die Autorin hat eine Möglichkeit gefunden, die auch einigermaßen glaubwürdig rüberkommt – und doch war es mir dann etwas zu viel des Guten. Die Ereignisse überschlagen sich, als feststeht, wer oder was für Londons Gedächtnisproblem verantwortlich ist und das Ganze wirkt plötzlich viel zu konstruiert. Es waren mir schlussendlich zu viele Lösungen für zu viele Probleme, die unbedingt noch aus der Welt geschafft werden müssen, damit die Leserinnern nach Beenden des Buches mit einem guten Gefühl zurückbleiben.
Außerdem gibt es einige logische Schönheitsfehler, die mich doch etwas gestört haben. Niemand könnte – auch mit Hilfe von etlichen Zetteln nicht – verbergen, dass er sich an nichts erinnert. Es soll wirklich keinem auffallen, dass London sich nichts merken kann? Und was ist mit dem ganzen Lernstoff? Das gestern gelernte müsste sie doch heute noch einmal komplett von vorne lernen. Wieso taucht Luke nicht in ihren „Zukunftserinnerungen“ auf? Sie müsste doch eigentlich sehen können, dass sie am nächsten oder übernächsten Tag etwas zu tun hat. Warum hat London ein so distanziertes Verhalten zu ihrer Mutter? Es sind leider noch zu viele Dinge unerklärt geblieben und das lässt mich auch etwas ratlos zurück. Die Geschichte ist ohne Wenn und Aber klasse – gar keine Frage. Der nötige Feinschliff jedoch fehlt und das ist bei Jugendbüchern, genau wie bei Romanen von Erwachsenen, ein wichtiger Aspekt Ich hätte gerne 3,5 Sterne vergeben, aber ich runde auf vier Sterne auf. Ich vermisse die Kennzeichnungen der Verlage auf den Büchern bezüglich der Altersangabe. Auch in diesem Fall war leider mal wieder nichts angegeben und somit beziehe ich mich auf die vom Hersteller empfohlene Altersangabe der englischen Ausgabe. Und die ist angegeben mit ab 14 Jahren.

Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen, der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig.
Ernst Reinhold Hauschka
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