Bradbury, Ray - Das Böse kommt auf leisen Sohlen

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19 Feb. 2023 21:10 - 06 März 2024 10:42 #1 von Meggie
Autor: Bradbury, Ray
Titel: Das Böse kommt auf leisen Sohlen
Originaltitel: Something Wicked This Way Comes
Verlag: Aladin Verlag
Erschienen: 2017
ISBN-13: 978-3-8489-2098-3
Seiten: 352
Einband: Hardcover
Serie: --
Preis: 25,00 Euro

Autorenporträt:

Ray Bradbury, geboren 1920 in Waukegan, Illinois, schrieb Romane, Erzählungen und Drehbücher. Er zählte zu den bedeutendsten Fantasy-Autoren. Viele seiner Romane, wie »Fahrenheit 451«, »Die Mars-Chroniken«, »Der illustrierte Mann« und auch »Das Böse kommt auf leisen Sohlen«, wurden verfilmt. Bradbury starb 2012.

Quelle: Thienemann Esslinger

Inhaltsangabe:

Schausteller kommen mit einem Zirkus und Jahrmarktsbuden nach Greentown, Illinois, und schlagen ihre Zelte auf. Jim und Will sind dreizehn und können es kaum erwarten. Doch irgendetwas stimmt nicht. Einer der Direktoren, Mister Dark, trägt am ganzen Körper Tätowierungen, die ein Eigenleben entwickeln. Und alle Menschen, die auf das Karussell steigen, zahlen dafür einen zu hohen Preis. Die beiden Freunde kommen Dark auf die Schliche und müssen nun selber um ihr Leben fürchten. Das Böse ist ihnen auf der Spur.

Quelle: Aladin Verlag

Meine Meinung:
Jim und Will, beide 13 alt, sind beste Freunde und verbringen den ganzen Tag miteinander. Sie freuen sich, dass sie Ferien haben und sie ihre Freizeit mit schönen Dingen gestalten können. Da schlägt ein Wanderzirkus seine Zelte in dem kleinen Greenhorn in Illinois auf und die ganze Stadt ist begeistert ob der Abwechslung. Doch irgendetwas stimmt nicht mit dem Zirkus. Die Zelte sind schwarz, der Direktor trägt Tätowierungen, die Schausteller sind seltsam. Und es verschwinden Menschen, die kurz darauf verändert wieder zurückkehren. Jim und Will sind sich sicher, dass der Zirkus daran schuld ist und das Böse sich leise heranschleicht.

Bei diesem Buch muss ich zugeben, dass ich nur danach gegriffen habe, weil das Cover einfach genial ist. Aber auch die weitere Aufmachung des Buches ist einfach toll. Der Titel, der Klappentext und die Illustrationen im Inneren haben es mich dann letztendlich kaufen lassen. Und auch jetzt finde ich es einfach nur einen echten Hingucker und ein absolutes Schmuckstück im Regal.

Erst später habe ich dann herausgefunden, dass die Geschichte schon älter sind, genauer gesagt aus dem Jahre 1962. Und dies merkt man deutlich am Schreibstil des Autors. Manchmal hatte ich etwas Mühe, die Sätze richtig zu lesen, weil die Übersetzung auch noch aus diesen Jahren stammt und alles etwas holprig klingt. Auch wiederholt der Autor sehr oft viele Sätze kurz nacheinander und verschachtelt auch gerne mal die Worte.

Trotzdem war ich gleich von der Intensität der Geschichte gefangen. Es fängt alles so ruhig an, bis die Story richtig Fahrt aufnimmt und am Ende in einem wahren Showdown ausläuft.

Wir lernen Will und Jim kennen, zwei 13jährige Jungs, die es eigentlich gar nicht abwarten können, endlich 14 zu werden. Der Zirkus, der in die Stadt kommt, ist eine tolle Abwechslung und hilft, die Wartezeit zu verkürzen. Bis ungewöhnliche Dinge passieren und Will und Jim mitbekommen, was genau passiert.

Will ist der Schüchternere der beiden Jungs und nimmt alles mit viel Vorsicht. Jim ist übermütiger und stürzt sich manchmal in kleine Abenteuer. Will zieht dann meist mit, weil er neben Jim nicht als feige darstellen will. Doch hatte dies für beide noch nicht größere Konsequenzen.

Nun werden sie aber in etwas hineingezogen, für das beide nichts können und Will und Jim möchten helfen. Allerdings in unterschiedlicher Art. Während Jim immer mehr in den Bann gezogen wird, ist es Will, der versucht, das Ruder zurückzureißen und seinen Freund davon abzuhalten, immer tiefer in irgendwelche Machenschaften verwickelt zu werden. Die Versuchung ist jedoch sehr groß.

Trotz des "veralteten" Schreibstils erwartet einem aber eine tolle Story über das Erwachsenwerden, das Jungbleiben, das Altsein und das Hier und Jetzt. Die Charaktere sind allesamt sympathisch, auch wenn sie auf der bösen Seite agieren. Trotzdem geht eine gewisse Faszination von ihnen aus und dies zeigt, dass sie gut ausgearbeitet sind und Tiefe haben.

Die Story an sich ist spannend und abwechslungsreich. Die Solo-Momente der Charaktere sind rührselig, facettenreich und emotional. Ich hätte gerne mehr über Will und Jim gelesen, über Wills Vater und über die Leute beim Zirkus. Ein paar Hintergrundinfos wären schön gewesen, vielleicht, wie sie denn beim Zirkus gelandet sind und warum sie dort bleiben. Es hätte die Story für mich abgerundet, auch wenn sie an sich für die Geschichte nicht von Bedeutung wären.

Mal wieder bin ich fasziniert, dass es schon vor über 60 Jahren fantasiereiche Geschichten gab, die auch heute, im 21. Jahrhundert, zu begeistern wissen.

Fazit:
Leise schleicht es sich heran.

:****:


LG Meggie

Letzte Änderung: 06 März 2024 10:42 von Meggie.

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