Eriksson, Sami - Die Gesichter des Mithras
Titel: Die Gesichter des Mithras
Originaltitel: --
Verlag: BoD
Erschienen: 13.11.2025
ISBN: 978-3-695120345
Seiten: 324
Format: ebook
Preis: 9,99 Euro
Serie: --
Autorenporträt:
Quelle: Sami ErikssonSami Eriksson lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Hamburg. Über zwei Jahrzehnte lang hat er die Geschichte der Neuzeit an verschiedenen deutschen Universitäten erforscht und gelehrt. Die römische Antike ist seine persönliche Leidenschaft seit Kindheitstagen. Er hat er an archäologischen Grabungen auf Sizilien und in Israel teilgenommen. Mit DIE GESICHTER DES MITHRAS hat er den ersten Schritt in den Abgrund zwischen Rationalität und Mythos getan: eine Reise ohne Wiederkehr in die Untiefen jenseits der Geschichte. Weitere Romane zu Religionen und Mythen der Antike sind in Arbeit.
Inhaltsangabe:
Quelle: BoDRom im Jahr 190 nach Christi Geburt. Das Weltreich ist gezeichnet von religiösen und gesellschaftlichen Gegensätzen, die sich unter Kaiser Commodus weiter zuspitzen. Im fernen Dalmatien verliebt sich der Sklave Lucius in die Tochter eines alten Adelsgeschlechts. Als das unwahrscheinliche Paar ein Kind erwartet, gerät ihre Romanze unter den Einfluss einer uralten Macht aus dem Orient. Zwei Jahrtausende später macht die deutsche Nachwuchsarchäologin Nora während einer Ausgrabung auf dem Balkan eine sensationelle Entdeckung. Sie stößt auf ein verborgenes Mithras-Heiligtum und erweckt dadurch das tödliche Grauen aufs Neue, das Lucius' und ihr Schicksal miteinander verbindet.
Meine Meinung:
Der Sklave Lucius lebt im Jahr 190 n. Chr. und verliebt sich in die Livia, die Tochter eines Adelsgeschlechts. Allen Widrigkeiten trotzend, schaffen die beiden es, sich ein Leben aufzubauen. Doch als das gemeinsame Kind blind zur Welt kommt, wird alles zu viel, und die beiden fangen ein neues Leben weitab von der Heimat an. Aber auch im neuen Zuhause lauert die Gefahr für die junge Familie.
Knapp 2000 Jahre später macht die Archäologin Nora während Ausgrabungen eine sensationelle Entdeckung. Ein uraltes Mithras-Heiligtum wird enthüllt. Während Nora nicht nur mit ihrer vor kurzem erst bekannt gewordenen Schwangerschaft kämpft, sondern auch mit den Widrigkeiten, die ihr bei der Entdeckung der Ausgrabung entstehen, merkt sie, dass sie mit der Vergangenheit vielleicht mehr gemein hat, als es den Anschein hegt.
Der Klappentext hat mich gleich in den Bann gezogen, da hier historische Tatsachen mit Fiktion verbunden werden. Der Autor hat mich dann aber auch mit der Geschichte fesseln können, denn die Story ist wirklich spannend, ausgeklügelt und lässt der Fantasie viel Spielraum.
Die Charaktere waren mir gleich sympathisch. Allen voran Lucius, der als Sklave nicht das beste Los gezogen hat. Zwar ist sein Leben geordnet und er hat einen guten Herrn, der ihm Vertrauen schenkt und ihn sogar teilweise wie einen Sohn behandelt. Doch liegt dieser im Sterben und Lucius weiß nicht, wie sein Leben dann weitergeht. Vor allem, da er als Sklave auch noch eine Affäre mit einer Adelstochter hat.
Durch eine glückliche Fügung jedoch ist den beiden ein gemeinsames Leben möglich, aber im Laufe der Geschichte passieren Dinge, die das junge Paar nicht im Traum für möglich gehalten hätte.
In der Gegenwart treffen wir auf Nora, die an Ausgrabungen auf der Balkanhalbinsel teilnimmt und ein vielversprechendes Talent besitzt. Aber es ist der "Zufall", der dazu verhilft, dass sie auf ein Heiligtum des Mithras stößt. Kaum ist dieses enthüllt, kommt es zu komischen Vorfällen, in die immer wieder Nora verwickelt ist. Dies führt natürlich zu Unstimmigkeiten im Team und Nora muss Entscheidungen treffen, die ihre Zukunft und die ihres ungeborenen Kindes betrifft.
Lucius und Nora haben viel gemeinsam. Beide sind eher still, fressen die Dinge in sich hinein und werden deswegen ausgenutzt oder falsch verstanden. Sie begreifen nicht, was außerhalb ihrer kleinen Bubble alles passiert, und wenn der Groschen fällt, ist es zu spät.
Und dann ist da noch der geheimnisvolle Mithras-Kult, der in der Zeit vom 1. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. besonders bei Soldaten, Beamten und Kaufleuten beliebt war. Die zentrale Kulthandlung war die Tötung eines Stiers durch Mithras, was symbolisch für die Weltschöpfung und die Erneuerung stand. Im späten 4. Jahrhundert wurde der Kult durch das Christentum und durch Verbote verdrängt.
Der Autor hat sich eingehend mit diesem Kult befasst und eine mythische Story daraus geschaffen, in der Lucius in der Vergangenheit und Nora in der Gegenwart im Mittelpunkt stehen. Die beiden trennt die Zeit, doch haben sie sehr vieles gemeinsam.
Die geschickte Verbindung von Mythen und Legenden mit wissenschaftlichen Hinweisen und der fiktiven Story rund um Lucius und Nora hat mir sehr gut gefallen.
Das Ende war abrupt und lässt sehr viel Raum für Fantasie. Eigentlich ein Hinweis auf einen zweiten Teil, weil doch viele Fragen offen bleiben. Sollte dem so sein, würde ich mich freuen, denn ich würde sehr gerne wissen, wie es denn weitergehen könnte.
Fazit:
Ein spannender und vor allem gut recherchierter Mix aus Historie und Fantasy.
LG Meggie
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