Keiser, Gabriele - Engelskraut

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19 Aug. 2011 09:38 #1 von Ikopiko
Autor: Keiser, Gabriele
Titel: Engelskraut
Originaltitel: -
Verlag: Gmeiner
Erschienen: 7. Februar 2011
ISBN-13: 978-3839211175
Seiten: 274
Einband: Taschenbuch
Serie: Franca Mazzari, Band 3
Preis: 9,90 €

Autorenportrait:

Gabriele Keiser, 1953 in Kaiserslautern geboren, studierte Literaturwissenschaften und lebt heute in Andernach am Rhein. Die Journalistin und Autorin hat zahlreiche Kurzgeschichten und mehrere Kriminalromane veröffentlicht, u.a. zusammen mit Wolfgang Polifka unter dem Pseudonym LEA WOLF. „Engelskraut" ist ihre vierte Veröffentlichung im Gmeiner-Verlag und der dritte Fall für Kommissarin Franca Mazzari.

Quelle: Verlagsseite

Inhaltsangabe:

Bundesgartenschau in Koblenz. Wie Leonardo da Vincis Vitruvmann liegt der Tote im Paradiesgarten – nackt, mit ausgestreckten Armen und Beinen, inmitten einer Kahlstelle, die von ätzenden Unkrautvernichtungsmitteln herrührt. Seine Identität steht schnell fest: Jürgen Klaussner ist Mitte vierzig, Inhaber einer Koblenzer Apotheke und junger Familienvater. Warum wurde er ausgerechnet auf dem BUGA-Gelände getötet? Oder war es am Ende ein inszenierter Selbstmord? Immer tiefer wird Kommissarin Franca Mazzari in einen Fall hineingezogen, der sie auch ganz persönlich betrifft …

Quelle: Verlagsseite

Meine Meinung:

Die Bundesgartenschau in Koblenz zieht viele Besucher an. Aber es sind nicht nur Pflanzenfreunde, die sich hier versammeln. Immer wieder werden ganze Beete verätzt und kurz vor der Eröffnung der Gartenschau finden die Gärtner sogar eine Leiche.

Die Kommissarin Franca Mazzari genießt die ruhige Zeit in ihrem Revier. Anscheinend befassen sich alle mit der anstehenden Bundesgartenschau und haben kein Interesse an Kriminaldelikten, bis auf die Zerstörung einiger Pflanzen auf dem Ausstellungsgelände. Diese Ruhe wird jäh gestört, als ein Leichenfund gemeldet wird. Im „Paradiesgarten“ wird, aufgebahrt wie Leonardo Da Vincis „Vitruv-Mann“, ein Toter gefunden. Die Identität ist schnell geklärt. Bei dem Toten handelt es sich um einen Koblenzer Apotheker, der zwar Familie hatte, sich dadurch jedoch nicht davon abhalten ließ, im Internet ausgiebig nach Frauenbekanntschaften Ausschau zu halten. Ihren Fahndungsschwerpunkt legt die Polizei daher auf einschlägige Foren.

Ihre Freizeit verbringt Franca Mazzari zu einem Großteil mit ihrer „Freundin“ Milla. Diese läuft ihr zufällig über den Weg und beide erinnern sich an die gemeinsame Zeit in ihrer Jugend. Jedoch haben sie unterschiedliche Erinnerungen. Während Milla sie als „dicke Freundinnen“ bezeichnet, hat Franca starke Schuldgefühle, denn Milla wurde in der Schulzeit von allen Kindern gehänselt und gemobbt. Auch Franca hatte sich an diesen Gemeinheiten beteiligt.

Die Ermittlungen in dem Mordfall und die Pflege der neuen Freundschaft mit Milla fordern Francas gesamte Kräfte. Aber gemeinsam mit ihrem Team löst sie auch diesen Fall.

„Engelskraut“ ist Gabriele Keisers dritter Kriminalroman mit der Kommissarin Franca Mazzari. Sehr aktuell ist der Bezug zur diesjährigen Bundesgartenschau in Koblenz. Die Protagonistin steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Ihr Leben als alleinerziehende, vollerwerbsfähige Mutter hat sie im Griff. Durch die neue Freundschaft mit Milla kommt wieder etwas „frischer Wind“ in ihr Leben. Franca ist unkompliziert und es macht Spaß, lesend an ihrem Leben teilzunehmen.

Die Nebencharaktere sind liebevoll beschrieben. Hans Kleinkauf ist ein Witwer, der in diesem Roman einen zweiten Frühling erlebt und langsam und vorsichtig die Erinnerungen an seine verstorbene Frau lockert und voller Tatendrang nach vorne blickt.

Die Praktikantin Clarissa hat eine freundliche aufmerksame Art, durch die sie sofort ins Ermittlungsteam integriert wird. Hier zeigt sich, dass reine Äußerlichkeiten schnell täuschen können, denn optisch stellt Clarissa nicht das Idealbild einer Kommissarin dar.

Milla ist ein Schwan, der sich aus einem hässlichen Entlein entwickelt hat. Als Kind wurde sie gehänselt, jetzt wickelt sie die Männer um ihren Finger.

Jede Figur ist einem sofort vertraut, sodass man sich vollends auf das Rätseln über den Mörder stürzen kann.


Fazit:

Ein deutscher Krimi in „Tatort-Manier“. Obwohl es der dritte Teil einer Serie ist, lässt er sich eigenständig lesen. Ich werde mich nun auf die Suche nach den ersten beiden Teilen machen.


Bewertung:

Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen.

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