Krug, Michael - Bahnhofsmission

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18 Aug. 2010 10:15 #1 von haTikva
Autor: Krug, Michael
Titel: Bahnhofsmission
Originaltitel: -
Verlag: Gmeiner Verlag
Erschienen: 12. Juli 2010
ISBN-10: 3839210917
ISBN-13: 978-3839210918
Seiten: 273
Einband: Paperback
Serie: -

Autorenportrait:

Michael Krug, Jahrgang 1956, ist in Stuttgart geboren und in Ludwigsburg aufgewachsen. Nach einem philologischen Studium in Tübingen und in den USA machte er seine ersten beruflichen Schritte als freier Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten. Krug arbeitete zwölf Jahre als Pressesprecher und Kommunikationsmanager bei einem Computerkonzern in Deutschland und der Schweiz, bevor er mit einem Schulfreund die Kommunikationsagentur Krug und Petersen in Tübingen gründete. Heute ist er Inhaber und Geschäftsführer der Agentur K&L. „Bahnhofsmission“ ist sein erster Roman.

Quelle: Gmeiner Verlag

Inhaltsangabe:

In Stuttgart erregt das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 die Gemüter. Als der Vorstandsvorsitzende der größten Bank des Landes in einem Kellerraum des Stuttgarter Hauptbahnhofs erschlagen aufgefunden wird, gerät der Bahn-Manager Norbert Hagemann unter dringenden Mordverdacht. Der karrierebesessene Finanzjongleur war nicht nur zur Tatzeit am Tatort. Bald wird auch bekannt, dass er ein Verhältnis mit der Frau des toten Bankers hat. Doch diese Lösung scheint dem erfahrenen Kriminalbeamten Herbert Bolz viel zu einfach …

Quelle: Klappentext

Meine Meinung:

Stuttgart Hbf - Ein normaler Donnerstagmorgen, an dem der Bahn-Manager Norbert Hagemann aus Berlin zurückkehrt, wo er, wie schon oft, mit den zuständigen Beamten der Politik über das Projekt "Stuttgart 21" debattiert hatte.
Gewohnheitsmäßig will er sich mit einem Journalisten namens J.J. Palm im Geheimen treffen und ihm Insidertipps über die aktuellen Zahlen zum Projekt weitergeben.
Alles läuft wie immer, gut geplant und für Dritte unsichtbar. Doch nach seinem nächsten Ausflug nach Berlin kommt Palm zu spät und Hagemann wird in Handschellen abgeführt.
Ein Mord sei geschehen, an dem ausgewählten Treffpunkt der beiden Geheimnistuer ...

Diesen Krimi könnte man gut in drei Teile aufgliedern.
Im ersten Abschnitt wurde ich mit den wichtigsten Figuren und dem Mordopfer bekannt gemacht. Dann geschah der Mord und der, für mich typische, Schwabe Kommissar Bolz bekam seinen ersten Auftritt.
Ab da war es um mich geschehen. Was mir vorher an detailreichen Personenbeschreibungen des Autors zu heftig wurde, wich bei dem breit schwäbisch-sprechenden Bolz in den Hintergrund. Dieser, schon in die Jahre gekommene, Polizist hatte sich mit seinem ersten Dialekt-Satz in mein Herz geredet. Ich liebe es einfach, wenn die Protagonisten in Regionalkrimis auch teilweise so sprechen dürfen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Im zweiten Abschnitt ging es hauptsächlich um das Großprojekt "Stuttgart 21" und was alles damit zusammenhing. Am meisten ging es natürlich um Zahlen und Fakten, die die Politik aus Berlin wissen wollte.
Der Autor nahm sich Zeit, um einzelne Situationen genau zu erklären und den Leser etwas tiefer in das Konzept von "Stuttgart 21" blicken zu lassen.
Dadurch wurde der Mord mitsamt dem Kommissar etwas aufs Abstellgleis gestellt, was mir überhaupt nicht gefiel.
Aber umso interessanter wurde die Rolle des Norbert Hagemann, der über alles zu dem Milliardenprojekt wusste.
Durch seine Stellung bei der Bahn kam heraus, dass jemand "Big Brother" spielte und seit einiger Zeit seine Finger bei dem Thema "Stuttgart 21" drin hatte. Von einer wichtigen und mächtigen Position aus wurde alles über jeden einzelnen Mitarbeiter von Hagemann bespitzelt.
Neben der Kontrolle über Telefonate, Emails, An- und Abwesenheitslisten, wichtige Termine und Bankdaten wurde ebenso an den Zahlen der Kalkulationen für "Stuttgart 21" manipuliert und das Letzte nicht nur vor Ort, sondern auch in der Hauptstadt des Landes, Berlin.
Das waren für mich so viele Informationen auf einmal, dass ich zwischendurch manches zweimal lesen musste, damit ich den Inhalt besser verstand.

Im letzten Drittel wurde es dann endlich richtig spannend.
In Sachen Mord erzielten Bolz und Palm durch gemeinsames Ermitteln und Recherchieren endlich einen Durchbruch. Nebenbei führten einzelne Fäden, auch in der Manipulation des Millionenprojektes, schließlich bei einer Figur zusammen.
Die Handlungsorte wechselten nun öfters um Stuttgart und insgesamt war mehr Action zu spüren.
Es gab keine störenden Unterbrechungen mehr durch Erklärungen, der Spannungsbogen war immer präsent, es ging ständig voran.
Somit war ich dann auch schnell am Ende angelangt, da dieser dritte Teil sehr viel Spaß machte.

Daher war es im Großen und Ganzen ein guter Krimi!
Doch leider ziehe ich zwei Sterne für die detailreichen Personen- und Situationsbeschreibungen ab. Es wurden teilweise Figuren sehr genau vorgestellt, deren Handlung überhaupt keine große Rolle spielte. Und mit manchen Situationen im Bezug auf das Projekt brachte mich der Autor mit seiner Ausführlichkeit mehr durcheinander, als dass ich es schlussendlich verstand.
Trotzdem würde ich mich über weitere Schwabenkrimis mit Kommissar Bolz und Journalist Palm freuen!

So gebe ich dem Debütroman von Michael Krug drei positive Sterne.

:***:

Gesegnete Grüße Dine

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07 Okt. 2013 04:22 - 06 Jan. 2024 14:30 #2 von Tuppi
Meine Meinung:
Der Journalist JJ Palm will sich morgens mit dem Bahn-Manager Norbert Hagemann treffen. Als er ankommt, sieht er wie der Manager von der Polizei abgeführt wird. Der Vorstandsvorsitzende der Bank wurde ermordet. Dessen Frau hat ein Verhältnis mit Hagemann. Das Innenministerium tritt den Polizeiermittlungen in den Weg. Doch Kommissar Bolz lässt sich davon nicht abhalten. Gemeinsam mit Palm möchte er die Sache aufklären.

Ich konnte das Buch leider nicht "am Stück" lesen, sondern hatte zwischendurch immer ein paar lesefreie Tage. Deshalb hatte ich ein paar Schwierigkeiten, mich zurecht zu finden. Die private Seite von Palm hatte mir etwas zu viel Raum in diesem Buch. Mir hat bei ihm manchmal der journalistische Biss gefehlt. Kommissar Bolz war mir sympathisch. Er lässt sich auch von seinen Vorgesetzten nicht bremsen. Mit Hilfe von Palm deckt er die Hintergründe auf. Dabei kommt eine Intrige ans Licht, jedoch durfte es nicht wahrheitsgemäß in der Zeitung gedruckt werden.

Fazit:
Die Politik beeinflusst den Journalismus.
:***:


06.10.2013 - 379

Viele Grüße Nicole

EIN TAG OHNE LESEN IST KEIN GUTER TAG!
Letzte Änderung: 06 Jan. 2024 14:30 von Tuppi.

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