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Hauser, Petra: Binokelrunde
Titel: Binokelrunde
Verlag: Lindemann
Erschienen: 2014
ISBN-10: 388190767X
ISBN-13: 978-3881907675
Seiten: 173
Einband: Taschenbuch
Preis: 12,80 €
Serie: -
Autorenporträt:
BuchinnenseitePetra Hauser wurde 1950 in Karlsruhe geboren. Sie hat Germanistik und Anglistik studiert und als Lehrerin gearbeitet. 2010 erschien ihr Debüt-Roman „Das Glück ist aus Glas“, der bereits in der 5. Auflage vorliegt. Er gehört zu den meistverkauften Titeln der Region. 2011 veröffentlichte sie die Novelle „Falsche Wimpern“ und 2013 die Fortsetzung ihres Karlsruhe-Romans, „Die Tage vor uns“.
Inhaltsangabe:
KlappentextIn einem tosenden Gewitter fällt inmitten eines friedlichen Wohngebietes ein Schuss. Er verfehlt sein Ziel. Die Bewohner der drei Häuser um den Wendehammer werden aus ihrem behaglichen Alltag aufgeschreckt. Jeder von ihnen hat Grund zu glauben, der Angriff habe ihm gegolten. Einige Tage später wird der Schütze gefunden. Tot. Während die Polizei ermittelt, versuchen die Nachbarn auf eigene Faust, das Rätsel zu lösen. Darunter auch Michel Kohl und seine Freunde, mit denen er sich jeden Mittwoch trifft, um Binokel zu spielen. Schon lange ist Michel in seine geheimnisvolle Nachbarin Frau Welle verliebt. Er trägt ihr seine Hilfe bei den Ermittlungen an und begibt sich damit auf eine abenteuerliche Reise in ihre Vergangenheit.
Nach ihren beiden Bestsellern „Das Glück ist aus Glas“ und „Die Tage vor uns“ sowie der Novelle „Falsche Wimpern“ wendet sich Petra Hauser mit diesem Roman vorsichtig dem Thema Krimi zu. Zwischen Karlsruhe und Meersburg am Bodensee verspinnt sie die biografischen Fäden ihrer Figuren zu einem spannenden Netz.
Meine Meinung:
In der Nacht fiel ein Schuss. Michel Kohl sieht einen Mann, der die Pistole fallen lässt und dann abhaut. Dann kommt die Nachbarin, die er anhimmelt und steckt die Pistole ein.
Mich hat das Buch interessiert, weil es in Karlsruhe spielen soll und weil ich Binokel mag. Aber fesseln konnte mich das Buch nicht. Manchmal fehlte mir der Zusammenhang und der Story fehlte der rote Faden. In der Nachbarschaft gab es mehrere Menschen, denen der Schuss gegolten haben könnte. Und dann tauchte die Leiche des Mannes auf, der geschossen hat. Aber statt die Informationen an die Polizei weiterzugeben, wurde es totgeschwiegen und der Alltag ging weiter. Zwischendurch gab es immer wieder kurze Sätze mit Erklärungen über das Kartenspiel, manchmal am Anfang oder am Ende eines Kapitels, aber oft auch mittendrin.
Das Buch ist unterteilt in 2 Abschnitte. Im ersten Teil lernt man die Charaktere kennen, wobei ich mich nicht auf Sympathie oder Antipathie einlassen kann. Dafür war alles zu oberflächlich. Ein alter Mann, der sich in seine Nachbarin verliebt und auf ein Leben zurückblickt, in dem er die große Liebe verloren hat und eine Frau geheiratet hat, für die er kaum Gefühle besaß. Durch den Schreibstil musste ich mir immer wieder bewusst machen, dass der Mann keine 35 sondern fast 70 Jahre ist.
Im zweiten Teil sucht Herr Kohl seine Nachbarin, die während einer gemeinsamen Reise nach England verschwunden ist. Sie wollte ihren Sohn suchen und würde irgendwann zurück kommen. Wieder zu Hause erfuhr er, dass sie kurz vor ihm da war und unterwegs an den Bodensee ist.
Dass der Krimi zwischen Karlsruhe und Bodensee spielt bemerkt man nicht. Genauso gut könnte es Dortmund oder Bremen sein, wo ich mich nicht auskenne. Es gibt keine städtebezogenen Details, die einen Wiedererkennungswert haben.
Nachdem das Buch zu Ende war, habe ich es enttäuscht weg gelegt. Ich musste mich immer wieder zwingen, weiter zu lesen, aber das wurde nicht belohnt. Das Ende war ebenso unbefriedigend wie der Sinn der Geschichte. Das Buch ist in meinen Augen kein Krimi und die Geschichte ist unglaubwürdig.
Fazit:
Mein erster regionaler Krimi, von dem ich auf ganzer Linie enttäuscht wurde.

05.02.2017 - 526
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