Morsbach, Petra - Dichterliebe

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11 März 2013 17:54 #1 von goat
Autor: Morsbach, Petra
Titel: Dichterliebe
Originaltitel: -
Verlag: Albrecht Knaus Verlag
Erschienen: 11. März 2013
ISBN-13: 978-3813503722
Seiten: 288
Einband: Gebundene Ausgabe
Serie: -
Preis: 19,99 €

Autorenportrait:

Petra Morsbach, 1956 geboren, studierte im München und St. Petersburg. Danach arbeitete sie zehn Jahre lang als Dramaturgin und Regisseurin. Seit 1993 lebt sie als freie Schriftstellerin in der Nähe von München. Bisher schrieb sie mehrere, von der Kritik hoch gelobte Romane, u.a. „Plötzlich ist es Abend“, „Opernroman“ und "Gottesdiener" (alle im Taschenbuch bei btb). Im Frühjahr 2013 erscheint ihr neuer Roman "Dichterliebe" im Knaus Verlag. Für ihr Werk wurde Petra Morsbach mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.


Quelle: Verlagsseite

Inhaltsangabe:

Für Henry Steiger bedeutet die Wende 1989 nicht nur Befreiung. Der so eigensinnige wie angesehene DDR-Lyriker ist nun ein auf Stipendien angewiesener Hungerkünstler. Ein alter silberner Porsche ist das letzte Relikt der Hoffnung, den Ruhm in die neue Zeit retten zu können. In Wahrheit steckt Henry in einer Lebenskrise. Mit anderen Stipendiaten führt er in einer Künstlerenklave bei billigem Wein lächerliche Kämpfe um die wahre Kunst, buhlt um jeden Rock und trauert seinem alten Status hinterher. In Dichterliebe fragt Petra Morsbach ernst und ironisch zugleich nach dem Platz des Künstlers in der Gesellschaft. Dabei gelingt ihr ein überraschend klarer und humorvoller Blick zurück auf eine vermeintlich „gute alte Zeit“, als die Welt, auch die der Literatur, noch in Ordnung schien.


Quelle: Klappentext

Meine Meinung:

Das Cover von "Dichterliebe" lässt mich durch die Zweige mehrerer Bäume in einen strahlend blauen Himmel blicken. Es fühlt sich an wie Frühling und ich möchte dieses Buch mit dem vielversprechenden Titel sofort lesen. Zum Teil spielt die Geschichte in Ostfriesland, was sie für mich als Ostfriesin natürlich noch interessanter macht. Doch bereits nach den ersten gelesenen Seiten folgt die Ernüchterung. Ich finde nur schwer in die Geschichte hinein. Der Lyriker Heinrich Steiger, genannt Henry, stammt aus der ehemaligen DDR. Als er nach der Wende im Jahr 1989 in den Westen kommt, muss er schnell begreifen, dass er an seinen Erfolg in der DDR nicht anknüpfen kann. Auf Stipendien angewiesen, lebt er nun in einer Künstlerenklave. Nach anfänglichen Vorurteilen seinerseits beginnt er sich für seine Kollegin, die „Westschnepfe“ Sidonie Fellgiebel, zu interessieren. Aber genau wie beim Schreiben, stellt sich nach seinen sehr unsicheren Versuchen, ihr seine Gefühle zu gestehen, kein rechter Erfolg ein.

Zu Henry kann ich während der ganzen Geschichte keine rechte Verbindung aufbauen. Sein Verhalten Frauen gegenüber ist mehr als fragwürdig und auch die Art und Weise, wie er sich von seinen Frauen trennt und ebenso das Verhältnis zu seinen Kindern, macht ihn mir als Charakter völlig unsympathisch. Vielleicht ist das auch der Grund, warum mich seine Geschichte einfach nicht berühren konnte. Mit Spannung hingegen habe ich die Geschichte seines Kollegen Sayed verfolgt, der arabischer Abstammung ist, und ein viel interessanteres und bewegteres Leben vorzuweisen hat. Im Grund genommen hat Henry mich zu Tode gelangweilt und mich mit seiner pessimistischen Art und seiner Selbstbemitleidung eher runtergezogen.

Als Sidonie und Henry dann zusammen ein Bankformular ausfüllen, haben sie mich in meinem Vorurteil bestätigt, dass die schreibende Zunft all das, was sie woanders lesen, erst zerpflücken und ins kleinste Detail diskutieren müssen. In diesem Fall sind sie nicht einmal in der Lage, ein formloses Schreiben aufzusetzen. Bereits bei der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ wirft Henry ein, dass diese pure Heuchelei sei: „Wir ehren die doch nicht, und schon gar nicht sehr!“ Und zweimal das Wort Konto in einem Satz geht schon mal gar nicht …

Ich finde es schade, nichts Positiveres über das Buch schreiben zu können. So hätte man mir als Kind die Literatur nicht nahe bringen dürfen, denn dann wäre Lesen sicherlich nicht mein Hobby geworden. Karaseks Worte, dass Petra Morsbach ein geradezu begnadetes Talent hat, menschliche Geschichten zu erzählen, ist eine große Ehre, die ich ihr auch von ganzem Herzen gönne. Es ist auch nicht so, dass ich nicht spüren kann, dass die Autorin all ihre Überzeugung in ihren Protagonisten gesteckt hat. Mich aber hat sie leider nicht überzeugen können, weil mir die Thematik einfach nicht lag. Ich sortiere das für mich in meine Abteilung „schwere Kost“ ein. Ich bin eigentlich kein Mensch, der mit Lyrik nichts anfangen kann. Aber Lyrik ist nicht gleich Lyrik und die Beispiele hier im Roman haben leider keinen Anklang bei mir gefunden. Man kann nicht jedes Buch gut finden, das ist mir klar. Aber in diesem Fall hätte ich mir gewünscht, dass es doch etwas mehr Anklang bei mir findet. Leider kann ich dieses Mal keine Empfehlung aussprechen.

:**:

Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen, der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig.

Ernst Reinhold Hauschka

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25 März 2013 14:15 #2 von manu1983
Meine Meinung:

Dies war mein erstes Reziexemplar als Buchflüsterer. Die Autorin Petra Morsbach war mir unbekannt. Das Cover hat mich neugierig gemacht und lies Frühlingsgefühle in mir entstehen. Zu sehen ist darauf ein strahlend blauer Himmel und Äste mit saftig grünen Blättern von verschiedenen Bäumen.

Heiner "Henry" Steiger, ein Lyriker aus der DDR erzählt aus seinem Leben. Er erzählt von seiner Arbeit, seinen Freunden und seinem Liebesleben und führt so durch die Geschichte. Mit der Wende scheint er nicht klar zu kommen. Er steckt mitten in einer Lebenskrise.
Sein Auto scheint Henry sehr wichtig zu sein, denn auch oft wird dieser Porsche im Laufe seiner Erzählungen erwähnt.

Von Beginn an fiel es mir sehr schwer in die Handlung hineinzufinden. Ich konnte mich nicht wirklich in die Charaktere hineinversetzten, sie waren mir eher fremd, besonders Henry.
Ich musste das Werk oft zur Seite legen und mich wieder neu motivieren weiter zu lesen. Am Schreibstil konnte das nicht liegen, denn der war eher locker und flüssig. Toll fand ich dabei, dass er immer wieder mit kurzen Gedichten gespickt war.
Dass ich mich oft zum weiterlesen motivieren musste, liegt vielleicht auch daran, dass Lyrik nicht unbedingt mein Fachgebiet ist und ich von diesem Buch anderes erwartet hatte.

Diesem Roman von Petra Morsbach gebe ich daher nur einen Stern. Eine Empfehlung für dieses Werk gibt es leider von mir nicht.

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