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Baites, Mina - Die silberne Spieldose Abschnitt 2
Quelle: Amazon de»Für Paul, in Liebe«, so lautet die Widmung, die der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal aus Hamburg 1914 für seinen Sohn auf eine Spieldose graviert. Es ist sein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst, um für seine geliebte Heimat zu kämpfen. Das kostbare Andenken seines Vaters wird für Paul und seine Kinder zu einem Symbol für Hoffnung und Zusammenhalt, während der Hass auf sein Volk wächst und sich die Schlinge um die renommierte Juwelierfamilie enger zieht. Das Erbstück wird den Blumenthals Trost schenken, sie in Gefahr bringen und eines Tages trennen. Bis es fast fünfzig Jahre später über Schicksalswege in die Hände der jungen Londonerin Lilian Morrison gerät und sich die silberne Spieldose ihrer älteren Schwester jede Nacht wie ein ungebetener Gast in ihre Träume schleicht. Doch was hat das kostbare Andenken der Familie Blumenthal mit ihr zu tun?
Liebe Grüße von Netha
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oh Gott! Das ist nicht fair! Ich habe es geahnt, dass Johann nicht zurück kommt, aber es dennoch gehofft. Dass er August gerettet hat, freut mich, aber trotzdem. Ich bin erschüttert! Arme Lotte...
Nach einer Pause mit vielen Taschentüchern konnte ich dann doch weiterlesen. Paul hat sich prächtig entwickelt. Und er führt den Laden seines Vaters weiter, das freut mich. Dass Gregor aus dem Krieg zurück gekommen ist, gefällt mir - auch wenn ich ihn liebend gerne durch Johann ersetzt hätte. Einerseits ist es traurig, dass die Familie nicht größer geworden ist, andererseits ist es so doch besser. Mit einem Kleinkind wäre der Verlust für Lotte nur noch schwerer geworden...
Clara mag ich ebenfalls. Dass ihr Vater seinen Willen durchsetzen möchte und nicht auf die Wünsche seiner Tochter eingeht, finde ich sehr schade. Das könnte zum Familienbruch führen... Aber ihre Konvertierung auch. Dass Paul diesen Schritt mit geht, finde ich gut. Das ist Liebe - aber es wird sicher nicht einfach...
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Claras Vater legte ihnen keine Steine in den Weg, das freut mich. Die Anfeindungen sind furchtbar und ich konnte Martha und die Familie verstehen, dass sie auswandern.
Max ist gesundheitlich angeschlagen und darf nicht mehr arbeiten. Aber Paul hat die Aufgabe mit Bravour gemeistert.
Die Juden werden immer mehr diffamiert, und auch wenn Max und Paul glaubten, durch die Konvertierung und Johanns Tod davor gefeit zu sein, so teilte ich diesen Optimismus nicht. Aber ich weiß ja auch, wie sich die Geschichte damals entwickelte. Es ist für mich immer noch schwer zu begreifen. Aber wenigstens sind sie noch in ihrem Haus - hoffentlich bleibt das so...
Jetzt hat Paul die Spieldose an seine Tochter weitergegeben.
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Johann ist nun tot. Es tut mir so leid für Lotte und Paul. Aber das Leben geht weiter. Und sie scheinen es ja gut zu meistern.
Ein paar Jahre später hat Paul ja das Geschäft übernommen. Das freut mich sehr. Aber Paul scheint in dem Beruf nicht so sehr aufzugehen...
Bin aber mit dem Abschnitt noch nicht fertig. Es,passiert bestimmt noch einiges.
Ein sehr schöner Schreibstil, sehr fesselnd, Iris.
LG Meggie
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@Meggie: Es war eine große Herausforderung, recherchemäßig wie auch emotional. Ein halbes Jahr lang habe ich tagsüber beim Schreiben mit ihnen gelitten, geweint und gehofft. Abends habe ich mir mit Büchern und Filmen das nötige Wissen über die zwei WK angeeignet und hatte eine Gänsehaut nach der anderen. Und nachts habe ich davon geträumt. Meine Familie war ziemlich in Sorge. Mich hat nichts, was ich je geschrieben habe, so berührt wie diese Geschichte.
Danke für dein Lob, liebe Meggie.
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Es musste wohl so kommen das Johan sein Leben da draussen läßt und das seine Familie ihn niemals wieder sehen wird. Dem Kamaraden muss es unendlich schwer gefallen sein diese Nachricht persönlich vorbeizubringen.
Was wird nun aus dieser Familie, was sich einige JAhre später zusammengerottet hat das wissen wir alle nur zu gut, wenn man die Augen nicht vor der Geschichte Deutschlands zugemacht hat.
Tja und die ersten dummen Sprüche hat sich Paul nun auch schon anhören müssen. Ich hoffe das Iris für diese Familie einen guten Ausweg gefunden hat. Ohne das sie alle wie Vieh in Wagons gesteckt wurden.
Mir geht dieses Buch ziemlich nahe und ich denke ich werde es nicht so einfach weglesen können.
Liebe Grüße von Netha
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